Logo 11. Sächsisches Theatertreffen Chemnitz
Schauspiel Leipzig
Foto: Rolf Arnold
Landesbühnen Radebeul
Foto: Landesbühnen Sachsen
Theater der Jungen Welt Leipzig
Foto: TdJW
Die Theater Chemnitz
Foto: Dieter Wuschanski
Theater Plauen-Zwickau
Foto: Theater Plauen-Zwickau
tjg. theater junge generation Dresden
Foto: werbeplan
Staatsschauspiel Dresden
Foto: Sebastian Hoppe
Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau
Foto: Peter Henning
Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen
Foto: Gabriele Suschke
Mittelsächsische Theater Freiberg/Döbeln
Foto: Jörg Metzner
Mittelsächsische Theater Freiberg/Döbeln
Foto: René Jungnickel
Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz
Foto: Dieter Knoblauch

Teilnehmende

Schauspiel Leipzig

Schauspiel Leipzig

Das Schauspiel Leipzig unter der Intendanz von Enrico Lübbe steht für eine ebenso vielfältige wie differenzierte inhaltliche und ästhetische Auseinandersetzung.

Die Große Bühne ist geprägt von starken Regiehandschriften in der Auseinandersetzung mit klassischen Texten von Euripides und Brecht, Ibsen und Shakespeare, Goethe oder Jelinek. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Spielstätte Diskothek, die ausschließlich der Gegenwartsdramatik gewidmet ist: In kontinuierlicher Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Autorinnen und Autoren wie etwa Thomas Köck und E. L. Karhu, Katja Brunner oder Wolfram Höll ist ein vielfältiges Repertoire von Uraufführungsinszenierungen, darunter zahlreiche Auftragswerke, entstanden.

Die Spielstätte Residenz als Laboratorium der Begegnung von freien Gruppen und Stadttheater hat sich auch europaweit und international als Produktionsstätte im Performancebereich einen Namen gemacht. She She Pop, Julian Hetzel oder Daniel Kötter sind nur einige derer, deren Arbeiten zu sehen waren.

Ergänzt wird das Profil des Hauses um die Reihe szenischer Doppelbefragungen, die Texte, Sichtweisen und Epochen miteinander in Bezug setzen, wie etwa Die Maßnahme/Die Perser (Brecht, Eisler/Aischylos) oder Die Schutzflehenden/Die Schutzbefohlenen (Aischylos/Jelinek). Regelmäßig wird in Gesprächen mit Expertinnen und Experten das Theater diskursiv mit den Themen der Gegenwart verbunden.

Weit mehr als 100.000 Menschen besuchen jährlich die Vorstellungen des Schauspiel Leipzig. Einladungen zu renommierten Festivals wie dem Berliner Theatertreffen, den Mülheimer Theatertagen, der Biennale Venedig, dem Heidelberger Stückemarkt, den Ruhrfestspielen Recklinghausen oder den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin zeichnen die Arbeit des Hauses aus, das auch mit zahlreichen Institutionen der Stadt zusammenarbeitet. Vorreiter ist das Schauspiel Leipzig im Bereich der Inklusion. Regelmäßig gibt es Vorstellungen mit Live-Audiodeskription speziell für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen. Auch Vorstellungen mit Gebärdensprache sowie Simultanübersetzungen ins Englische werden angeboten.

Landesbühnen Sachsen Radebeul

Landesbühnen Sachsen Radebeul

Als „Mobiles Theater für Sachsen“ sind die Landesbühnen eine kulturelle Vermittlungs- und Bildungseinrichtung für alle Generationen. Mit den Bereichen Schauspiel, Musiktheater (in Kooperation mit der Elbland Philharmonie Sachsen), Tanztheater, Figurentheater und Theaterpädagogik bespielen sie die verschiedenen Bühnen und Räume im Stammsitz Radebeul im Sinne eines Stadttheaters, die Felsenbühne Rathen und die Abstecherorte in den Kulturräumen des Freistaats Sachsen. Mit verschiedenen Aufführungen sind die Landesbühnen auch regelmäßig in anderen Bundesländern sowie im Ausland zu Gast. Insbesondere in den ländlichen Kulturräumen, wo ansonsten kein hinreichendes Theaterangebot vorhanden ist, verstehen sich die Landesbühnen als Kultur- und Kunstvermittler.

Theater der Jungen Welt Leipzig

Theater der Jungen Welt Leipzig

Das Theater der Jungen Welt, kurz TdJW, ist das älteste professionelle Kinder- und Jugendtheater Deutschlands und ist mit seinem alters- und spartenübergreifenden Programm ein Ort der Vielfalt und DAS Stadttheater für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien in Leipzig – meist spielender Kulturbetrieb der Stadt, offenes Bürgerhaus und mit theaterpädagogischen und partizipativen Veranstaltungen wichtiger Motor kultureller Bildung. Mit der Jungen Wildnis hat das TdJW eine große theaterpädagogische Abteilung, die weit über die reine Vermittlung von Theater hinausgeht und eigene Projekte und Inszenierungen entwickelt. 

Interdisziplinärer und interkultureller Austausch haben für das TdJW einen ebenso hohen Stellenwert wie enge Kooperationen mit städtischen und überregionalen Institutionen, Vereinen und Schulen. Das TdJW ist eines der renommiertesten deutschsprachigen Kinder- und Jugendtheater. Es versteht seine Arbeit immer auch als experimentelle Plattform des Genres, sowie als theoretischen und praktischen Diskursort für die Umsetzung eines qualitativen wie innovativen Theaters für junge Menschen. Durch seine Aktivitäten innerhalb europäischer und weltweiter Theaternetzwerke ist das Ensemble des TdJW im ständigen Austausch mit anderen Kinder- und Jugendtheatermacher*innen und durch eine Vielzahl von Kooperationen, Gastspielen und Festivaleinladungen national und international präsent.

Für seine Arbeit wurde das TdJW mehrfach ausgezeichnet, u.a. 2015 mit dem Theaterpreis des Bundes, 2016 mit dem Preis des Sächsischen Theatertreffens für die Inszenierung Crystal – Variationen über Rausch und mit dem Sonderpreis des Sächsischen Förderpreises für Demokratie für die Inszenierung Brennpunkt: X und das langjährige Engagement des TdJW für eine demokratische Gesellschaft. In der Augustausgabe des Magazins Die Deutsche Bühne fand das TdJW zum zweiten Mal in Folge als einziges Kinder- und Jugendtheater Erwähnung als Theater mit der besten Gesamtleistung in der Saison 2017/18.

Die Theater Chemnitz

Die Theater Chemnitz

Das Schauspiel Chemnitz bildet gemeinsam mit den Sparten Oper, Ballett, Philharmonie und Figurentheater eine der größten Kulturinstitutionen Sachsens, die Theater Chemnitz. Als Schauspiel insbesondere für die Stadt Chemnitz reicht das Angebot von klassischen Dramen der Weltliteratur über Stoff- und Stückerkundungen bis zu Produktionen für Familien u.a. auf der Chemnitzer Küchwaldbühne. Von überregionaler Ausstrahlung sind neben einer Reihe von Inszenierungen u.a. der Chemnitzer Theaterpreis für junge Dramatik, das NONSTOP EUROPA! – Festival und die Produktionen des TheaterJugendClubs. Gemeinsam mit vielen anderen Kulturakteur*innen der Stadt trägt das Schauspiel Chemnitz die bisher sehr erfolgreiche Bewerbung um den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt 2025.

Seit 2013 wird das Schauspiel von Carsten Knödler geleitet. Der Schauspieldirektor fühlt sich der Stadt, ihrer besonderen Gestimmtheit, aber auch den großen gesellschaftlichen Entwicklungslinien verpflichtet. Sensibel entwickelt er gemeinsam mit seinem Team ein Programm, das Kommunikation sucht, entschieden Humanismus und Demokratie verteidigt und das Schauspieltheater in seiner ganzen sinnlichen Fülle präsentiert.

Das Chemnitzer Schauspiel hat eine lange Geschichte, geprägt von zahlreichen Brüchen und Neuanfängen. Zu Karl-Marx-Städter Zeiten gehörte es zu den profiliertesten und fortschrittlichsten Ensembles der DDR. Regisseure wie Frank Castorf, Michael Thalheimer, Armin Petras oder Hasko Weber sowie Schauspieler*innen wie Peter Kurth, Ulrich Mühe, Michael Gwisdek und Corinna Harfouch begannen hier ihre Karrieren.

Theater Plauen-Zwickau

Theater Plauen-Zwickau

Das Theater Plauen-Zwickau ist das viertgrößte Theater Sachsens und vereinigt drei Sparten und ein Orchester unter seinem Dach. Seit der Spielzeit 2009/2010 leitet Roland May als Generalintendant das Haus.

Musiktheater, Schauspiel, Ballett und Orchester präsentieren einen vielseitigen Spielplan. So reicht das Repertoire von klassischer Oper, Operette und Musical über ein großes Schauspielangebot auf Haupt- und Studiobühnen, Ballett sowie Freilichtinszenierungen aller Sparten, bis hin zu einer regen Konzerttätigkeit, die große Sinfonie- und Kirchenkonzerte genauso enthält wie Kammerkonzerte und mobile Schulkonzerte. Besonderen Wert legt das Theater auf Spielplanangebote für Kinder und Jugendliche und eine umfangreiche theaterpädagogische Arbeit.

tjg. theater junge generation

tjg. theater junge generation

Das 2017 mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnete tjg. theater junge generation ist mit seinen drei Sparten – Schauspiel, Puppentheater und Theaterakademie – und mit rund 600 Vorstellungen im Jahr eines der größten Kinder- und Jugendtheater der Bundesrepublik und seit seiner Gründung 1949 aus dem Leben und der Kulturszene der Stadt Dresden nicht mehr wegzudenken. Auf den drei Bühnen im 2016 neu eröffneten Kraftwerk Mitte und an diversen Sommertheaterspielstätten zeigt das tjg. Inszenierungen für Kinder, Jugendliche und Familien und hat mehr als 82.000 Besucher*innen pro Spielzeit. Das Puppentheater der Stadt Dresden fusionierte 1997 mit dem tjg. und feierte 2017 seinen 65. Geburtstag. Die Theaterakademie wurde 2008 gegründet und ist Forschungslabor für Theaterpädagog*innen, Experimentierwerkstatt für theaterbegeisterte Kinder und Jugendliche sowie Weiterbildungsstätte für Lehrer*innen und Erzieher*innen. Unter anderem die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Theater für die Allerkleinsten, die Weiterentwicklung des Theaters mit Kindern und Jugendlichen und die Beschäftigung mit digitalen Medien in allen Bereichen sind Beispiele für aktuelle Schwerpunktsetzungen des Hauses.

Im breiten Angebot der Sparten bindet das Theater konsequent und zeitgemäß aktuelle Strömungen, etwa aus Tanz und Performance, in hauseigene Inszenierungen ein, wobei der Austausch und die Kooperation mit verschiedenen kulturellen Einrichtungen und Institutionen sowie auch mit außerhalb des Kinder- und Jugendtheaters beheimateten Künstler*innen eine wichtige Rolle spielen. In den Jahren 2019 bis 2023 nimmt das tjg. am Programm 360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft der Kulturstiftung des Bundes teil. Ziel des Programms ist die Förderung der diversitätsorientierten Öffnung von Kultureinrichtungen.

Das tjg. möchte sich als Ort in der Stadtgesellschaft positionieren, an dem sich die Diversität in besonderer Weise abbildet und die Chancen selbiger sichtbar werden. Mit dem Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes gibt es eine weitere Vernetzung mit der Freien Szene, hier mit dem Performancekollektiv Lovefuckers und dem Kinder- und Jugendtheater Dschungel in Wien. „Anders leben als du“ ist Motto des Hauses in der Spielzeit 2019/2020, das sich in sämtlichen Formaten wiederfindet. Intendantin des tjg. ist seit 2008 Felicitas Loewe, als Hausregisseur ist seit 2016 Nils Zapfe engagiert.

Das Staatsschauspiel Dresden

Staatsschauspiel Dresden

Das Staatsschauspiel Dresden ist das größte sächsische Sprechtheater und bietet mit jährlich 25 Premieren ein umfangreiches Repertoire sowohl im Schauspielhaus am Postplatz als auch im Kleinen Haus in der Neustadt. Neben den großen Klassikern stehen Inszenierungen zeitgenössischer Dramatik, Uraufführungen, Festivals und Gastspielreihen auf dem Programm. Das Kleine Haus ist zugleich Zentrum der Bürger:Bühne und bietet einen Begegnungsraum für Bewohner*innen der Stadt.

Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau

Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau

Die Liebe der Zittauer*innen zum Theater ist sprichwörtlich. Es gibt viele Berichte aus früherer Zeit, die das Interesse für Theateraufführungen belegen, als an ein festes Theatergebäude noch gar nicht zu denken war. Immer wieder gab und gibt es zahlreiche Bürger*innen der Stadt, die das Theater als Mittelpunkt des Kulturlebens fördern und unterstützen.

Seit Januar 2011 sind die beiden Theater in Görlitz und Zittau in einer gemeinsamen Theatergesellschaft unter dem Namen Gerhart-Hauptmann-Theater vereint. Als leistungsfähiges Vierspartenhaus bereichert das Gerhart-Hauptmann-Theater den Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien mit Aufführungen der Sparten Musiktheater, Tanz und Schauspiel. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die Inszenierungen des Sommertheaters auf der Waldbühne Jonsdorf, im Klosterhof Zittau sowie im Görlitzer Stadthallengarten.

Darüber hinaus engagiert sich das Theater mit mobilen Produktionen und theaterpädagogischen Angeboten u.a. für die kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen sowie für den interkulturellen Austausch mit den Nachbarländern Polen und Tschechien. Seit 90 Jahren bietet das Zittauer Theater eine weitere Besonderheit: die Freilichtbühne. Lange vor der Gründung der Waldbühne Jonsdorf war das Waldtheater Oybin neben Thale eine der ersten deutschen Naturbühnen. Erst der Oybiner Erfolg gab das Signal, dass die Naturtheater wie Pilze aus dem Boden schossen. Am Pfingstsonntag 1911 wurde als erste Vorstellung Goethes Iphigenie auf Tauris gespielt.

Heute spielt das Ensemble des Gerhart-Hauptmann-Theaters alljährlich in den Sommermonaten auf der Waldbühne Jonsdorf. Wenn auch kein vieltausendköpfiges Publikum mehr gleichsam eine Wallfahrt zum Ort des theatralischen Geschehens antritt, hat dieses Theater im Freien fraglos seinen besonderen Reiz für Ausflügler und Urlauber behalten.

Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen

Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen

Ein Theater – zwei Sparten – drei Sprachen
Das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen stellt in seiner künstlerischen Prägung und Konzeption eine Einmaligkeit in Deutschland dar, die auch europaweit ihresgleichen sucht und insofern als ein europäisches Kulturgut gewertet werden kann: Ein Theater – zwei Sparten – drei Sprachen: in Deutsch, Ober- und Niedersorbisch.

Das im Jahre 1963 aus einer Fusion des Stadttheaters mit dem Sorbischen Volkstheater entstandene Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen kann auf eine über 600-jährige Theatertradition zurückblicken. Als einziges bikulturelle Berufstheater Deutschlands beherbergt es ein Schauspiel- und ein Puppentheaterensemble. Die rund 1.000 Veranstaltungen, davon ca. 25 Premieren, werden jährlich von etwa 150.000 Zuschauern besucht. Den Abschluss und zugleich Höhepunkt einer jeden Theaterspielzeit bildet alljährlich im Juni, Juli bzw. August der Bautzener Theatersommer. Neben dem großen Haus mit rund 400 Plätzen gibt es seit 2003 das Burgtheater/Dźiwadło na hrodźe, das nicht nur dem Puppentheater eine Heimstatt bietet, sondern auch Möglichkeiten für Lesungen, Schauspiel der kleinen Form, theatrale Experimente und Amateurtheater beherbergt. Mit verschiedenen sorbischsprachigen Inszenierungen und dem Puppentheater-Repertoire wird sowohl der gesamte Kulturraum Oberlausitz/Niederschlesien vor Ort bespielt, als auch die Niederlausitz.

Mittelsächsische Theater Freiberg/Döbeln

Mittelsächsische Theater Freiberg/Döbeln

Seit 1993 fungiert das Mittelsächsische Theater als „Stadttheater“ für eine ganze Region, den damaligen Kulturraum und heutigen Landkreis Mittelsachsen. Hauptspielstätten sind die historischen Stadttheater in Freiberg: im ältesten Stadttheater der Welt wird seit 1791 in städtischer Verantwortung Theater gespielt, in Döbeln — 1872 errichtet und nach einem Brand 1912 in heutiger Form wiedereröffnet — sowie seit 2007 die Seebühne an der Talsperre Kriebstein im Sommer. Schauspieler*innen und Sänger*innen, Opernchor und Mittelsächsische Philharmonie präsentieren hier und an weiteren Orten im Landkreis Open Air und in Kirchen, Schulen,  Bibliotheken insgesamt etwa 500 Veranstaltungen pro Jahr.

Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz

Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz

Am 02.04.1893 wurde das heutige Eduard-von-Winterstein-Theater als erstes Theater im Erzgebirge mit einer Festaufführung von Goethes Egmont feierlich eröffnet. Die Titelrolle spielte Eduard von Winterstein. Der erste Intendant, Georg Kurtscholz, betrieb das Theater als Pächter in Spielgemeinschaft mit dem Fürstlichen Hoftheater Gera. 1907 wurde Carl Greiner neuer Theaterpächter, der das Haus zusammen mit dem Stadttheater Zittau leitete. Nach dem I. Weltkrieg übernahm die Stadt 1919 das Theater. Intendant wurde Hans Heinz Kämpff, der ein eigenes Ensemble aufbaute und versuchte, ein obererzgebirgisches Städtebundtheater zu organisieren. Als Folge der Weltwirtschaftskrise wurde das Theater 1931 an Helmut Freiberg verpachtet. Wegen der wirtschaftlichen Probleme drohte im Folgejahr erneut die Schließung des Hauses, die nur durch eine Notspielgemeinschaft arbeitsloser Künstler abgewendet werden konnte. 1933 erfolgte die Wiedereröffnung unter faschistischer Regie als Grenzlandtheater Obererzgebirge. Als Folge der Annexion des Sudetengebietes wurde das Theater 1939 in Landestheater Obererzgebirge umbenannt. Am 01.09.1944 erfolgte die Schließung des Hauses als Konsequenz aus dem Ausrufen des „totalen Krieges“. Bereits im Mai 1945 gaben jedoch Annaberger Künstler im unzerstört gebliebenen Theater wieder Konzerte. Die erste Nachkriegsspielzeit begann am 29.07.1945 mit Schillers Kabale und Liebe. Von 1976 bis 1981 erfolgte eine umfassende Rekonstruktion des Stammhauses in Annaberg. Am 07.10.1981 wurde das neue Haus als Eduard-von-Winterstein-Theater mit Lessings Emilia Galotti wieder eröffnet. Nachdem 1992 ein neues Werkstatt- und Verwaltungsgebäude in Betrieb genommen werden konnte, wurde im Sommer 1993 das nunmehr 100-jährige Gebäude des Theaters erneut umfassend renoviert. Das Theater verfügt jetzt über 295 Sitzplätze und eine Studiobühne mit max. 50 Plätzen. 1998 wurde das Ensemble des Eduard-von-Winterstein-Theaters in die Erzgebirgische Theater- und Orchester GmbH integriert, in der gegenwärtig 151 Mitarbeiter*innen beschäftigt sind. Im Eduard-von-Winterstein-Theater werden in den Sparten Musiktheater und Schauspiel jeweils 5-6 Neuproduktionen pro Spielzeit auf der Hauptbühne erarbeitet. Zusätzlich finden Inszenierungen auf der Studiobühne statt.