MUTTERSPRACHE MAMELOSCHN

von Sasha Marianna Salzmann [14 plus]
Im Anschluss Nachgespräch
Mittelsächsische Theater und Philharmonie gGmbH,
Mittwoch, 22. Mai., 20.00—21.20 Uhr
TDJW, Großer Saal
PANORAMA

Drei Frauen, drei Generationen, eine Familie: Großmutter Lin, die das KZ überlebte, bekannte sich als überzeugte Kommunistin zur DDR und ging als Sängerin jüdischer Lieder auf große Auslandstourneen. Ihre Tochter Clara konfrontiert Lin noch im Erwachsenenalter mit dem Vorwurf, sie als Kind um der Bühnenkarriere willen vernachlässigt zu haben. Enkelin Rahel will, wie ihr Bruder vor ihr, die Familie verlassen und ins Ausland gehen. Im Leben der Drei wiederholen und variieren sich gesellschaftliche Lebensumstände: Was hieß es, vor 50 Jahren in der DDR als Jüdin zu leben, und was bedeutet es heute?

Mameloschn ist das jiddische Wort für Muttersprache, und die Muttersprache erweist sich für Lin, Clara und Rahel als eine ewige Fremdsprache der Liebe, die nicht vor dem Missverstehen bewahrt. Ein scharfzüngiges Stück und eine Hommage an den jüdischen Humor.

 

Regie: Petra Ratiu
Bühne und Kostüme: Cristina Milea
Lichtdesign: Anja Sekulić, Nikola Marinkov
Dramaturgie: Christine Schergaut, Dorothee Hollender
Regieassistenz: Tessa Eidam
Inspizienz: Saskia Just
Soufflage: Gisela Klowat

Mit: Andrea Seitz, Sophie Lüpfert, Natalie Heiß, Tessa Eidam

Spieldauer: 1 h 20 min

"Gesellschaftlicher Zusammenhalt in einer fragmentierten Gesellschaft ist ein zentrales Konzept und Aufgabenfeld unseres Theaters. Es geht nicht allein darum, existierende Gemeinsamkeiten aufzuzeigen, sondern darum, sie neu zu entdecken und zu kreieren—selbst wenn dies als Utopie erscheinen mag. Diese künstlerische Antwort auf die politischen Turbulenzen in der Region manifestiert unser Engagement, durch die darstellenden Künste einen Dia- log zu initiieren und zu kultivieren, der über die bloße Präsentation hinausgeht und einen substanziellen Beitrag zur Überbrückung gesellschaftlicher Spal- tungen leistet." MITTELSÄCHSISCHE THEATER UND PHILHARMONIE GGMBH