Logo 11. Sächsisches Theatertreffen Chemnitz
Foto: Dirk Rückschloss
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Der Obersteiger

Bergmännische Operette von Moritz West und Ludwig Held
Musik von Carl Zeller

Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz

Regie: Dr. Ingolf Huhn
Musikalischer Leiter: Dieter Klug
Bühne/Kostüme: Tilo Staudte
Choreographie: Sigrun Kressmann
Chöre: Uwe Hanke
Dramaturgie: Annelen Hasselwander

Mit: Bettina Corthy-Hildebrandt, Bettina Grothkopf, Matthias Stephan Hildebrandt, Michael Junge, Jason Lee, Leander de Marel, Juliane Roscher-Zücker, Frank Unger, Madelaine Vogt und Mitglieder des Bergmusikkorps Frisch Glück Annaberg-Buchholz/Frohnau e.V.

Spielort: Opernhaus Saal
Spieltag: 17. Mai 2020, 17:00
Spieldauer: 2 Stunden 45 Minuten, mit Pause
Altersempfehlung: 14+
Information: Einführung 30 min vor Vorstellungsbeginn

Ein Obersteiger – das klingt uns heimatlich und wir kennen uns aus. Und wenn die Frauen im Ort noch dazu Spitzenklöpplerinnen sind, dann sind wir vollends im Erzgebirge und das Stück ist ein Stück Bergwerksleben und ein Stück St. Annaberg für uns. Kein Wunder also, dass neben dem Ensemble des Theaters auch Mitglieder des Bergmusikkorps Frisch Glück Annaberg-Buchholz Frohnau e.V. auf der Bühne stehen. Carl Zellers Operette Der Obersteiger (Uraufführung: 5. Januar 1894 im Theater an der Wien) war einmal ein Welterfolg, fast so groß wie sein Vogelhändler, aber nun ist sie eine Ausgrabung. Seit Jahrzehnten ist sie auf keiner Theaterbühne mehr zu sehen gewesen. In Annaberg-Buchholz stand das Werk zum letzten Mal in der Spielzeit 1960/1961 auf dem Spielplan. Höchste Zeit also, den Obersteiger im Herzen des Erzgebirges wieder auf die Bühne zu bringen. Der Obersteiger ist ein Filou – gar nicht so ein ernsthafter, fleißiger und braver Bergmann mit dem Steigerlied auf den Lippen. Er will nicht so viel arbeiten und überredet die Bergleute, nicht einzufahren, sondern lieber Kegel zu schieben; er verdreht allen Frauen den Kopf und lässt den Volontär das Bier zahlen. Dass der Volontär eigentlich der Fürst ist, der inkognito nach seinem Bergwerk sehen will, wissen nur wir. Inkognito sucht hier auch noch eine Comtesse Unterschlupf, um nicht den Mann heiraten zu müssen, den ihr der Vater ausgesucht hat. Und gar nicht inkognito, sondern in all’ seiner Unvollkommenheit zu besichtigen ist der Bergdirector, der alles falsch macht, was man nur falsch machen kann und im Gegensatz zum Obersteiger bei Frauen gar kein Glück hat – weder bei fremden, noch bei seiner eigenen. Aber von ihm – und den beiden unendlich subalternen Bergbeamten – hören wir (natürlich augenzwinkernd) die ewige Wahrheit des Stückes, die all’ die Jahrzehnte überdauert hat: „Der Bureaukrat thut seine Pflicht von neun bis eins, mehr thut er nicht“.


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