Wunschkonzert + Warum läuft Herr R. Amok?

Stücke von Franz Xaver Kroetz und von Rainer Werner Fassbinder und Michael Fengler
Staatsschauspiel Dresden
Freitag ¬ 13. Mai 2022 ¬ 20:00 Uhr
Vogtlandtheater Plauen
Regie Lilja Rupprecht Bühne Paula Wellmann Kostüme Annelies Vanlaere Dramaturgie Lüder Wilcke Musik Fabian Ristau Mit Christine Hoppe, Matthias Reichwald, Nadja Stübiger, Kriemhild Hamann, Moritz Kienemann, Viktor Tremmel

 

Spieldauer 2 h ohne Pause

Stückeinführung 30 min vor Vorstellungsbeginn

 

Was wir nicht alles Merkwürdiges tun, wenn wir abends allein zuhause sind. Fräulein Rasch jedenfalls hört ihre Lieblingssendung, und Wunschkonzert, ein Theaterstück ohne gesprochenes Wort, geschrieben als „Darstellung eines Sachverhalts“, zeigt sie bei den abendlichen Verrichtungen, die sie nebenher erledigt – allein in ihrer seelischen und medialen Echokammer. Warum läuft Herr R. Amok?, zuerst als Film mit improvisierten Dialogen erschienen, folgt dagegen einem jungen Familienvater, der zwar im Großen und Ganzen tut, was die Gesellschaft von ihm erwartet, und doch im Kleinen und Grundsätzlichen, mit dem Chef, der Familie, mit Nachbar*innen, Kolleg*innen und Bekannten, immer wieder scheitert. Fräulein Rasch und Herr R. – beide verbringen einen ganz normalen Abend. Vielleicht zu normal? So gewöhnlich ihre Leben von außen scheinen mögen, so urplötzlich treffen beide eine überraschende und fatale Entscheidung, um dem ihrigen zu entkommen. Die zwei Werke, jeweils zu Beginn der siebziger Jahre erschienen, blicken mit kritischem Humor auf die Skurrilitäten und Absurditäten unseres Alltags und auf zwei völlig gegensätzliche Prinzipien, wie Menschen mit persönlichen Krisen umgehen. Erstmals wurden von Lilja Rupprecht nun beide Texte gemeinsam für einen Theaterabend auf die Bühne gebracht, der mit einer ganz eigenen Ästhetik zur Neubetrachtung der beiden Stoffe wie auch unseres täglichen Tuns und Leidens einlädt.