Willkommen anderswo II

16:30 | Burgtheater | großer Saal | Eintritt ist frei


Willkommen anderswo II


Theater.Szene.Gespräch.

Die sächsischen Theater setzen sich für Weltoffenheit, Toleranz und menschliches Miteinander ein. Sie beziehen zu drängenden Fragen und Problemen der Gegenwart Stellung und versuchen, wichtige Impulse und Denkanstöße zu liefern. Die Themen Flucht, Asyl und Integration haben jüngst für die Spielplangestaltung erheblich an Bedeutung gewonnen. Dies zeigt sowohl der Blick in die sächsischen Metropole als auch in die Kleinstädte: Die Theater holen die Geschichten der Flüchtlinge, vielleicht sogar diese selbst auf die Bühne. Es werden spezielle Veranstaltungen und Formate ins Leben gerufen, die Begegnungsmöglichkeiten mit den neuen Mitbürgern schaffen, die Aufklärungsarbeit leisten und Diskussionsräume eröffnen. Als wichtiges Ziel ihrer künstlerischen Arbeit verstehen die Theater, die Begegnung mit anderen Kulturen und Religionen als Chance und Bereicherung zu vermitteln.

Gemeinsam mit einem interessierten Publikum soll der Blick auf spezielle Produktionen und Formate der sächsischen Stadt-, Staats- und Landestheater gerichtet werden. In kurzen Szenen, Videomitschnitten, lebendigen Schilderungen und anregenden Gesprächen werden diese mit Schauspielern, Theaterpädagogen, Dramaturgen und Intendanten vorgestellt.

Moderation: Studierende des Instituts für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig

MIT DABEI:

Theater der Jungen Welt, Leipzig

„Brennpunkt: X“

Von Nuran David Calis | Sommertheaterprojekt mit Leipziger Migranten, Bürgern und dem Ensemble des TdJW

In kaum einem anderen Land in Europa gehört Flüchten so zur eigenen Geschichte wie in Deutschland. Und wie ähnlich sich die Bilder damals wie heute sind. Es sollte also hierzulande bekannt sein, dass Menschen ernsthafte Gründe haben, wenn sie sich auf eine gefahrvolle Flucht begeben. Doch die durch patriotische Abendspaziergänge verbreiteten Ressentiments gegen alles Fremde scheinen eine andere Sprache zu sprechen.

(Gespräch)

Gäste: Jörn Kalbitz (Dramaturg), Jörg Wesemüller (Regisseur)

 

 

Theater Plauen-Zwickau

„Weißes Mäuschen warme Pistole“

Schauspiel von Olivia Wenzel

Zehn Morde, zwei Bombenanschläge und mehrere Banküberfälle. Was bleibt, sind blamierte Behörden und völlige Fassungslosigkeit. Das Auffliegen der „Zwickauer Terrorzelle“ erschütterte ganz Deutschland und löste eine Menge Fragen aus. Statt Antworten zu geben, bietet das Stück von Olivia Wenzel eine Konfrontation mit der Erwartungshaltung.

(Trailer, Interview, Fotos+Gespräch)

Gäste: Maxi Ratzkowski (Chefdramaturgin), Karima Wolter (Produktionsdramaturgin)

 

 

Schauspiel Leipzig

„Die Schutzflehenden/Die Schutzbefohlenen“

von Aischylos / Elfriede Jelinek

Eine humanistische Utopie aus der Antike und die Realität der Gegenwart treffen aufeinander.

2013 suchen Flüchtlinge in der Votivkirche an der Wiener Ringstraße (Österreich) Zuflucht — und werden vertrieben. Diesen Vorfall nimmt Elfriede Jelinek zum Anlass einer Auseinandersetzung über den Umgang der Wohlstandsgesellschaft mit den Flüchtlingen aus dem Mittelmeerraum. Ca. 463 v. Christus verfasste einer der ersten Dramatiker, Aischylos, ebenfalls einen Text über eine Flucht im Mittelmeerraum: Die Töchter des Danaos müssen aus ihrer Heimat Ägypten über das Meer an den Strand von Argos fliehen und flehen den König Pelasgos um Schutz an.

(Textausschnitte & Gespräch)

Gäste: Enrico Lübbe (Regisseur, Intendant), Bettina Schmidt (Schauspielerin)

 

 

Städtische Theater Chemnitz

„Clash Of Civilizations. Ein Experiment“

Uraufführung

In einer Zeit, in der es durch die unglaubliche Komplexität ökonomischer wie politischer Fragen zu einer schweigenden Machtverschiebung zugunsten großer Kapitalgesellschaften kommt, werden Stimmen laut, die gefühlte Ohnmacht und Ängste artikulieren. Mit ihnen kehrt das Buch „Clash Of Civilizations“ von Samuel P. Huntington in die Diskussion zurück. Seine provokante Theorie vom „Kampf der Kulturen“ liefert nicht nur Erklärungen, sondern auch blinde Flecken. Mit einer szenischen Collage begibt sich das Chemnitzer Ensemble auf Expedition in „schwarze Löcher“ aktueller Diskussionen.

(Szenenausschnitt+Gespräch)

Gäste: René Schmidt (Dramaturg), Lysann Schläfke, Christian Ruth, Dominik Förtsch (Schauspieler)

 

 

tjg. theater junge generation, Dresden

„Wohin Esperanza?“

Uraufführung / eine tjg. -tak-ticker-Produktion

In der 14. Produktion der reihe tjg. tak-ticker, in der Jugendliche ihre eigenen Konzepte auf die Bühnen bringen, fragen fünf Jugendliche nach der emotionalen Dimension von Flucht. Ausgangs- und Abstoßungspunkt für eine Recherche in der Gegenwart ist dabei Fred von Hoerschelmanns Hörspiel »Das Schiff Esperanza« aus dem Jahr 1953, das von den Nöten, Ängsten und Hoffnungen von Menschen auf der Flucht erzählt.

(Video & Gespräch)

Gäste: Julia Kuzminska (projektbetreuende Theaterpädagogin), Schauspieler der Produktion

 

 

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