Foto: Jörg Metzner
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Romeo und Julia (I Capuleti e i Montecchi)

Oper von Vincenzo Bellini

Ein besonderes musikalisches und dramatisches Highlight – die wohl berühmteste Liebesegschichte der Welt, „Romeo und Julia“, in der Vertonung von Vincenzo Bellini. Die Belcanto-Rarität des italienischen Romantikers begeistert mit einer Musik, die Kraft und Sensibilität vereint, gleichermaßen dramatisch packt und emotional berührt: Die Liebe der beiden Hauptfiguren leistet Widerstand gegen Hass, Gewalt und Krieg, die die uns umgebende Welt bestimmen.

Die Aufführung, bei der das Orchester auf der Bühne sitzt und die Darsteller auf dem abgedeckten Orchestergraben, hautnah am Publikum, agieren, wird in italienischer Sprache gesungen, dazu werden deutsche Übertitel projiziert.

Der Originaltitel der 1830 in Venedig uraufgeführten Oper lautet „I Capuleti e i Montecchi“ – nicht das Liebespaar, sondern deren Familien, die Capulets und die Montagues, stehen also im Titel: Schließlich ist es deren mörderischer Krieg, der schließlich zum Tod der Liebenden führt. Die Titelrollen, von Bellini für zwei Frauenstimmen komponiert, werden von Barbora Fritscher und Lindsay Funchal brillant interpretiert. Dagegen steht mit tieferen Stimmen die „Männerwelt“: Derek Rue als Romeos Rivale Tebaldo, Elias Han als Arzt Lorenzo und Sergio Raonic Lukovic als Julias Vater. Dazu kommen Opernchor, Extrachor und die Mittelsächsische Philharmonie. Die musikalische Leitung hat der 1. Kapellmeister Juheon Han; die szenische Einrichtung übernimmt Intendant Ralf-Peter Schulze.

Bellinis „Romeo und Julia“-Oper beruht mehr auf Erzählungen der italienischen Renaissance, die schon Shakespeare als Vorlage dienten, als auf dem englischen Dramatiker selbst: seine Handlung scheint aufs Äußerste verknappt, ist dafür aber in die wunderbaren Melodien des italienischen Belcanto getaucht. Julia liebt nicht den vom Vater bestimmten Bräutigam, sondern Romeo, den Sohn einer verfeindeten Familie. Der Plan der Liebenden zur gemeinsamen Flucht scheitert tragisch; Romeo tötet sich an der vermeintlichen Leiche Julias, die Erwachende angesichts des toten Geliebten.

„I Capuleti e i Montecchi“ wurde 1830 in Venedig uraufgeführt; ziemlich genau in der Mitte der nur zehnjährigen Karriere des Komponisten. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte Bellini, neben Rossini und Donizetti, zu den Stars des europäischen Musikbetriebs; die erste Aufführung von „Romeo und Julia“ außerhalb Italiens fand bereits 1831 in Dresden statt. Wie die meisten Musiker im 19. Jahrhundert zog es auch Bellini nach Paris, wo der 1801 auf Sizilien geborene 1835 verstarb. Eine Renaissance seiner Werke setzte erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein.

Krieg und Familienfehden zerreißen Florenz: die heimliche Liebe von Romeo und Julia ist zum Tode verurteilt. In seiner 1830 in Venedig uraufgeführten Oper findet Bellini wunderbar zarte und leidenschaftliche Töne für das von zwei Sängerinnen verkörperte Liebespaar, aber auch erschreckend mitreißende Klänge für Kampf und Gewalt.

Shakespeares berühmtes Liebesdrama war im Italien des frühen 19. Jahrhunderts noch ganz unbekannt. Grundlage der Oper sind Erzählungen der italienischen Renaissance bzw. deren Übersetzungen, die auch dem großen Engländer als Vorlage dienten. Statt einer großen Zahl von Mitwirkenden und zahlreichen Nebenhandlungen kommen nur fünf Solisten und der Chor auf die Bühne, entfalten aber eine musikdramatische Kraft, die z.B. auch den jungen Richard Wagner ungemein beeindruckte.


Besetzung

Musikalische Leitung Juheon Han
Inszenierung | Ausstattung Ralf-Peter Schulze
Assistenz-Regie Sergio Raonic Lukovic
Dramaturgie | Übertitel Christoph Nieder
Choreinstudierung Tobias Horschke
Studienleitung Alexander Livenson
Inspizienz Lukas Christoph Schergaut
Soufflage Christine Geißler

Es spielen

Capellio, Oberhaupt der Capuleti Sergio Raonic Lukovic
Giulietta Lindsay Funchal
Romeo Barbora Fritscher
Tebaldo, Parteigänger der Capuleti Derek Rue
Lorenzo, Arzt und Vertrauter von Capellio Elias Han
Opernchor des Mittelsächsischen Theaters
Extrachor (Herren)
Mittelsächsische Philharmonie

Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Spieldauer: 2:30 h

Weitere Informationen zum Mittelsächsisches Theater Freiberg/Döbeln
www.mittelsaechsisches-theater.de


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