Foto: Tom Schulze
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Juller

Nach der Biografie des deutsch-jüdischen Fußball-Nationalspielers Julius Hirsch | Von Jörg Menke-Peitzmeyer | Uraufführung

Dieser Linksaußen spielt jetzt immer.

Jeder kennt sie. Sie sind allseits berühmt, wirtschaftlich abgesichert und gesellschaftlich unabhängig – Fußballstars heute. Vor einhundert Jahren dagegen war der Fußball noch eine Randsportart. Eine erfolgreiche Karriere reichte da längst nicht aus, um für den Rest seines Lebens ausgesorgt zu haben. Aber Berühmtheiten waren erfolgreiche Fußballer auch zu dieser Zeit schon.

Einer der Helden der frühen Fußballjahre in Deutschland war der Karlsruher Vollblutstürmer Julius Hirsch, genannt »Juller«. Populär für seine gebückte Laufhaltung und gefürchtet für seine beidfüßige Schussstärke wurde er zweimal Deutscher Meister, war mehrfacher Nationalspieler und nahm 1912 an den Olympischen Spielen teil. Seine großen sportlichen Erfolge konnten dennoch nicht verhindern, dass auch er unter der nationalsozialistischen Herrschaft wegen seiner jüdischen Herkunft aus dem gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt, verfolgt und ermordet wurde.

Die Geschichte von Julius Hirsch gleicht der aller Menschen, die Opfer von Diskriminierung und Gewalt werden. Sie ist eine Brücke vom Vergangenen in die Gegenwart und in die Zukunft – aus Geschichte lassen sich Schlüsse ziehen, wenn ein ehemaliges Idol im Heute wiedererscheint. Die Idee zum Theaterstück »Juller« am Theater der Jungen Welt geht direkt auf eine Anregung des Deutschen Fußball-Bundes zurück. Seit 2005 würdigt der DFB mit dem »Julius Hirsch Preis« gesellschaftliches Engagement für Freiheit, Toleranz und Menschlichkeit

Als Workshop zur Vor- und Nachbereitung des Vorstellungsbesuches kann die theaterpädagogische »Aktions-Sporttasche« gebucht werden. Schüler*innen und Lehrer*innen können dabei selbst spielerisch aktiv werden. Mittels unterschiedlicher Aufgaben, Requisiten und Dokumenten werden Themenschwer-punkte aus dem historischen Kontext herausgelöst und aktiv, spielerisch Gegenwartsbezüge hergestellt. Angeleitet werden können die Workshops sowohl von Theaterpädagog*innen als auch von Lehrer*innen oder Jugendtrainer*innen.

Unter der Schirmherrschaft von Claudia Roth, MdB, Vizepräsidentin des 19. Deutschen Bundestages

Gefördert durch die DFB-Kulturstiftung, die Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft« und die Bundesbeauftrage der Bundesregierung für Kultur und Medien.


Besetzung

Regie Jürgen Zielinski
Ausstattung Steffen Wieser, Jürgen Zielinski, Carsten Schmidt
Kostüme Doreen Winkler
Dramaturgie Jörn Kalbitz
Video Falk Johnke

Es spielen

Sonia Abril Romero, Laura Hempel, Martin Klemm, Philipp Oehme, Sven Reese

Spieldauer: 1:35 h
Ab 15 Jahren

Weitere Informationen zum Theater der Jungen Welt Leipzig:
www.theaterderjungenweltleipzig.de


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