STAATSSCHAUSPIEL DRESDEN – NATHAN DER WEISE

NATHAN DER WEISE
Foto: David Baltzer

NATHAN DER WEISE

Ein dramatisches Gedicht von Gotthold Ephraim Lessing

Ende des 12. Jahrhunderts, zur Zeit des Dritten Kreuzzuges in Jerusalem. Dem jüdischen Kaufmann Nathan ist vor vielen Jahren ein christliches Mädchen anvertraut worden, das er als seine Tochter Recha aufzieht. Niemand weiß davon, bis auf die Christin Daja, die in Nathans Haus lebt. Als Nathan von einer Geschäftsreise zurückkehrt, erfährt er, dass sein Haus bis auf die Grundmauern abgebrannt ist. Recha wäre um ein Haar in den Flammen umgekommen, hätte sie nicht im letzten Moment ein junger Tempelherr gerettet. Dieser wiederum ist kurz davor vom muslimischen Herrscher Jerusalems, dem Sultan Saladin, begnadigt worden – als einziger von zwanzig gefangenen Rittern. Saladin, der einen Kreditgeber für seine leeren Kassen sucht, lässt Nathan zu sich holen und will ihn mit der Frage prüfen, welche der drei Religionen die beste sei.

Dem Thema Toleranz entgeht man heute nicht, das Stück „Nathan der Weise“ drängt wieder in viele Spielpläne. Gotthold Ephraim Lessing nannte seinen „Nathan“ 1779 „ein dramatisches Gedicht“ und antwortete damit auf eine in seiner Zeit heftig diskutierte Frage: Es ging um den Absolutheitsanspruch der christlichen Religion und die Frage nach der wahren Religion. Lessing selbst hatte nicht mit einer Bühnenkarriere des explizit als Argumentationsdrama konzipierten Stückes gerechnet. Es wurde erst 1783, zwei Jahre nach Lessings Tod, uraufgeführt und ist mittlerweile humanistische Pflicht- und Schullektüre. 
Der weise Nathan antwortet im Stück auf Saladins Frage mit der berühmten Ringparabel und der Aufforderung, dem eigenen Anspruch ohne Vorurteile und durch Taten nachzueifern. Leider, muss man wahrscheinlich sagen, ist die Frage um die richtige Religion wieder zu einer aktuellen und aggressiv geführten Diskussion geworden, und auch heute kann man sich in dieser Auseinandersetzung nicht genug auf Humanität und Menschlichkeit ohne Vorurteile besinnen.

Regie: Wolfgang Engel
Bühne: Ansgar Prüwer-LeMieux
Kostüm: Nina Reichmann
Musik: Jan Maihorn
Licht: Björn Gerum
Dramaturgie: Felicitas Zürcher
Mit: Christian Freund, Lieke Hoppe, Holger Hübner, Lars Jung, Hannelore Koch, Kilian Land, Philipp Lux, Matthias Reichwald, Nele Rosetz
Dauer: 2 h30, eine Pause

Stückeinführung – eine halbe Stunde vor Beginn werden das jeweilige Theater und Stück vorgestellt

„Nachgefragt“ – im Anschluss an die Vorstellung wird ein Publikumsgespräch mit Schauspielern, Dramaturgen und Regisseuren der jeweiligen Produktion angeboten. Moderation: Dr. Karl-Hans Möller, Geschäftsführer des Landesverbandes Sachsen im Deutschen Bühnenverein a.D.


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