SCHAUSPIEL LEIPZIG – EIGENTLICH SCHÖN

DAS TIERREICH
Foto: Rolf Arnold

EIGENTLICH SCHÖN

von Volker Schmidt / Uraufführung

Eine Inszenierung der StudentInnen des Schauspielstudios Leipzig der HMT Leipzig

Magda und Eike haben gerade eine Fernbeziehung. Miteinander, mit ihren Freunden, mit Freunden von Freunden, mit Freunden von Freunden von Freunden. Alle sozialen Beziehungen in einem Geflecht zwischen digitaler und analoger Welt. Genauso behandeln sie auch ihre eigenen Identitäten. In jedem Medium gibt es andere Wünsche und Ausdrucksmöglichkei­ten. Wenn sie sich dann doch in der analogen Welt treffen, setzen Alltag und Sprachlosigkeit ein. Alles, was in der digitalen Welt so einfach herzustellen ist, die Identitäten und Aufregungen verschwinden hinter der Einsamkeit kalter Wohnungen, den Distanzen der Körper, den Notwendigkeiten von Beziehungsplanungen, hinter Kindern, hinter dem unbedingten Willen, anders sein zu wollen.
Das Verhältnis von Magda und Eike, die sich anlügen, betrügen und dann doch wieder zueinander hingezogen sind, kann exemplarisch für alle Figuren des Stückes stehen. Alle versuchen damit das Besondere ihres Lebens zu verifizieren, immer und immer wieder. Sie kennen keine Ruhe und keine Pausen und sehnen sich doch danach, endlich irgendwo anzukommen, endlich ein wirkliches Leben zu beginnen. Denn gibt es auch kein richtiges Leben im falschen, die Distinktion zwischen Anspruch und Wirklichkeit reißt immer weiter auf und reißt immer tiefere Wunden in die Biographien der Figuren.
Der österreichische Regisseur und Schauspieler Volker Schmidt, der mehrfach für seine Arbeiten ausgezeichnet wurde, kreiert in „Eigentlich schön“ einen Zustand, der den Zwang zum konstanten Update, zur Beantwortung der Facebookfrage „Was machst du gerade?“ als Lebensgefühl beschreibt. Die Inszenierung des Regisseurs und Schauspielers Bruno Cathomas wurde zum Theatertreffen deutschsprachiger Schauspielstudierender 2015 in Bochum eingeladen.

Regie: Bruno Cathomas
Bühne: Hugo Gretler
Kostüme: Agathe MacQueen
Musik: Jonas Martin Schmid
Dramaturgie: Alexander Elsner
Mit: Erik Born, Andreas Dyszewski, Loris Kubeng, Stefanie Schwab, Brian Völkner, Lara Waldow
Dauer: 1h20

Stückeinführung – eine halbe Stunde vor Beginn werden das jeweilige Theater und Stück vorgestellt


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